Montag, 19. Oktober 2026

Das andere Stadtratsprotokoll: Der (Fast) Liveticker zur Stadtratssitzung vom 19.10.2026 - die Asterix Edition

 

Vorwort

·        Wir schreiben das Jahr 2026, das I Jahr unter dem frisch gekrönten Cäsar Patriculus Freudigenus und ganz Langathun ist von den Bürgerlichen besetzt…ganz Langethun? Nein, ein von unbeugsamen Linken besetzter Flügel hört nicht auf den Eroberern Widerstand zu leisten und das Leben ist nicht leicht für die bürgerliche Regierung… und damit sage ich hallo und herzlich willkommen zum anderen Stadtratsprotokoll: Die Asterix – Edition.

·        Und ja: Ich habe entschieden, dass in dieser Geschichte die Linken Gallier sein dürfen und die Bürgerlichen Römer, denn schliesslich haben die Bürgerlichen in letzter Zeit ständig alles gewonnen in Langenthal, dann darf Links wenigstens die Heldenseite verkörpern. Das tue ich aus reinen Fairnessgründen und nicht, weil ich selbst links bin und mich irgendwie für die Wahlresultate rächen will, weil über solch niederen Gefühle bin ich selbstverständlich erhaben *unauffällig das Buch mit dem Titel «Wie verhexe ich Bürgerliche» unter das Bett schieb*

·        Die Mitte, auch genannt GLP/EVP Fraktion sind auch Gallier – die können sich zwar bekanntlich nie entscheiden, zu wem sie gehören, aber ich habe den Fraktionspräsidenten gefragt und er meinte, er sei lieber ein Gallier und irgendeinen Vorteil muss es ja haben mit mir Podcast zu machen.

 

Teil I: Geparktes Geld

·        Der hohe Senator Martinus Lerchibus (SVP) präsentiert das neue Parkplatzbewirtschaftungsreglement (ich liebe lange Wörter) und nur er schafft es einigermassen ernsthaft die Worte zu sprechen: «Ich freue mich sehr, das neue Parkplatzbewirtschaftungsreglement zu präsentieren.» Und wir freuen uns schon sehr zu lauschen.

·        Aber naja, es ist eben doch ein sehr emotionales Thema, wie Lerchibus ausführt, denn eine Parkplatzbewirtschaftung bedeutet eben auch, dass man seinen Esel und sein Pferd nicht mehr einfach gratis irgendwo hinstellen kann – und das in einer Zeit, in der ohnehin schon alles teurer wird: Von der Cervisia bis hin zum Hinkelstein, alles kostet heute mehr Geld.

·        Beim allseits beliebten Schwimmbad würde das beispielsweise konkret bedeuten, dass die Stadt während der Badi – Saison (also dann, wenn alle ihre Freizeit damit verbringen, sich in der glühenden Sonne auf einer verdorrten Wiese braten oder sich mit kindischem Kreischen ins Wasser zu werfen), eine Gebührenpflicht von 24/7 einzuführen, mit einer maximal zulässigen Parkdauer von 12 h (wer hält es denn 12 Stunden in einer Badi aus? Da würde ich mich ja lieber in eine Arena mit Gladiatoren werfen lassen – da kreischen mir wenigstens keine Kinder ins Ohr).

·        Natürlich besteht bei der Einführung dieser Gebühren die Gefahr, dass die Leute ihr Pferdegespann kurzerhand in die Wohnquartiere verschieben, weshalb sich die Stadt flankierende Massnahmen überlegt. Was auch immer das heisst. Wahrscheinlich müssen die Leute zur Strafe dann ein paar Hinkelsteine bearbeiten oder so.

·        Gebührenpflichtig bewirtschaftet sollen zukünftig werden: Schwimmbad, Musterplatz und Dreilinden. Wenn ihr dort also bald Patrouillen vom Römer vorbeiziehen seht, ihr wisst warum. Also immer schön eure Gebühren entrichten, beim Teutates, sonst fällt euch noch der Himmel auf den Kopf.

·        Wusstet ihr, dass Langathun einen Parkplatzabgabefonds hat? Ich auch nicht. Haben wir aber und aus dem können wir jetzt schöpfen, um die neue Bewirtschaftung zu finanzieren. Ausserdem ist die Stadt, vorbildlich wie sie ist, auf den Preisüberwacher zugegangen, der erstmal aus allen Wolken fiel, dass Langenthal Parkplätze bewirtschaftet und prompt alle Unterlagen der letzten 30 Jahren anforderte. Damit er dann voraussichtlich im Jahre 2040 fertig und einer glücklichen – und ertragreichem – Parkplatzbewirtschaftung steht nichts mehr im Wege, haha. Nein, Spass, das geht natürlich schneller, weil die Stadt ein bisschen aufs Tempo gedrückt hat (da hat wohl jemand ein bisschen Zaubertrank genascht und ungeahnte Kräfte entwickelt.)

·        Robertus Kummerigus (FDP) zeigt sich grundsätzlich zufrieden, findet aber, dass nicht nur die genannten Parkplätze bewirtschaftet werden sollen, sondern auch zum Beispiel Schulhäuser und möchte auch nicht, dass zu viele Dauerparkkarten im Laufe sind. Auch die Berechnung des Preisüberwacher sieht er kritisch. «Es ist nicht Aufgabe der Öffentlichkeit, fehlende private Parkplätze zur Verfügung zu stellen», stellt Kummerigus kritisch fest.

·        Danielus Hubertikus (SVP) mahnt, dass man die Parkplatzgebühren nicht zu sehr als zusätzliche Finanzquelle benutzen soll (also die frisch erstandene Kuh nicht gleich leer melken soll), während Cornelixa Gerberix – Schärlix (SP) lobende Worte für das Reglement findet (und sich über Aargauer:innen beschwert, die den Hirschpark belegen…also, ich meine die Parkplätze. Es ist nicht so, als wären sie im Gehege drin, sondern draussen…also, sie sind nicht die Hirsche…egal, ihr wisst, was ich meine.)

·        Pascalinus Dieterichus (L49) gibt zu bedenken, dass man das Problem mit dem Ausweichen in Wohnquartiere grob unterschätzt – gerade bei der Badi und das er eigentlich erwartet hätte, dass man diese flankierenden Massnahmen schon jetzt konkret benennt und nicht erst, wenn das Problem schon da ist. Deswegen will er die Teilrevision ablehnen. Fabix Fanknix (GLP) will nicht so weit gehen, merkt aber kritisch an, dass er eigentlich erwartet hätte, dass dieses Parkplatzreglement auch in die UVEK (also Umwelt – Verkehr und Energiekommission) kommt (Leute, die sich beschweren, dass sie weniger zu tun haben – ach, ich liebe diese Arbeitsmoral. Cervisia für alle!).

 

 

Teil II: Gebührliche Gebühren

·        Da soll mal einer sagen, dieser Senat sei nicht lernfähig. Ich kann mich noch an Zeiten erinnern (ja, so alt bin ich schon), da hat man noch liebevoll jedes falsch gesetzte Komma in diesen Reglementen debattiert und jetzt machen die das alles einfach in einem Aufwasch unter dem klangvollen Titel «Redaktionelle Änderungen.» Ich zupfe vor Begeisterung an meiner Laute (aber hängt mich bitte nicht gefesselt an einen Baum – ich hab Höhenangst.)

·        Danielus Hubertikus ist leicht gestresst, weil er seinen Einsatz für den Antrag der SVP nicht verpassen will – was ich ihm nicht verübeln kann, Senatsvorsitzender Clavalus rast so schnell durch die Artikel, als nehme er an einem Wagenrennen teil. Die SVP möchte beim Parkplatz Dreilinden die Gebühren etwas senken. Als wichtiges Zeichen an die Bevölkerung, dass man nicht vorhat, sie wie eine Zitrone auszupressen, so Hubertus. Sonst werden sie nämlich sauer, die Zitronen.

·        Es folgt einige Verwirrung, weil Cornelixa Gerberix – Schärlix den Antrag der SVP irgendwie falsch versteht und davon redet, dass sie nicht höher will, wegen der Berufsschule, aber eigentlich will die SVP ja eher runter, aber weil man eben von einer Bandbreite an Preisen spricht und nicht von einem konkreten Preis, wird die ganze Diskussion etwas gar diffus und verworren. Aber es ist ein spannendes Lehrstück, wie man eigentlich dasselbe erreichen will und doch permanent aneinander vorbeiredet. Alle Wege führen nach Rom. Auch wenn’s Umwege sind.

·        Nachdem man eine Weile darüber debattiert hat, ob die Bandbreite jetzt von 0.60 bis 1.20 oder doch von 0.60 bis 2.00 reichen soll (fast war ich versucht zum Spass noch random irgendeine Zahl reinzubrüllen wie im Lotto), einigt man sich schliesslich auf den Antrag der SVP, das heisst die Bandbreite ist jetzt von 0.60 bis 2.00. Wir reden also sind wir.

·        Und wir haben es geschafft: Der Senat hat gesprochen und das Parkplatzreglement bzw. die Teilrevision angenommen! Zeit für einen saftigen Wildschweinbraten und ein Bankett im Mondschein (wieso habe ich jetzt schon wieder Hunger? Ich glaube, ein Obelix ist in mich gefahren…nicht mehr lange und ich beginne Hinkelsteine zu verkaufen.)

 

Teil III: Verkehrter Verkehr

·        Vize – Cäsar Michaelus Schärlus (FDP) präsentiert ein neues Kantonsstrassenprojekt (wir haben ja gerade so wenig aufgerissene Strassen, dann nehmen wir doch noch ein paar dazu) und es geht um die Sanierung des Verkehrsknoten Bützberg – Eisenbahnstrasse – Ringstrasse, ein Knoten, der von äusserster Wichtigkeit ist, wie Schärlus betont, denn sie ist auch elementar für den ÖV. Die Kaiser:innen des Kantons haben uns die Strassen huldvoll genehmigt, was gut ist, denn die übernehmen dann einen Teil der Kosten. Konkret geht es beispielsweise um die Installation einer Ampel, die dafür sorgen soll, dass Römer und Gallier nicht ineinander krachen, sondern ihre Pferdewagen diszipliniert aneinander vorbeiführen können. Wir sind hier schliesslich ein zivilisiertes Land und keine Wikinger. Und wenn die Römer etwas können, dann Strassen bauen.

·        Michaelus Schärlus zeigt sich pädagogisch sanft im Umgang mit dem empfindlichen Strassenverkehr. Der brauche eben eine Zeit, um sich an die verschiedenen Baustellen und Umleitungen zu gewöhnen bzw. wieder umzugewöhnen, wenn die Strassen wieder offen sind. Bedürfnisorientierte Strassenerziehung a la Schärlus – ein Senator kümmert sich um seine Strassen. Ich hoffe einfach, es werden bei diesem Strassenprojekt keine Bäume gefällt – sonst muss Idefix weinen.

·        Die GPK in Person von Corianna Grossenbachlus (SVP) wünscht sich, dass sich der Gemeinderat zukünftig präziser ausdrückt, weil im Antrag stehe geschrieben, man genehmige Kantonsstrassen und das kann der Stadtrat ja nicht, weil die Strassen kaiserliches…äh, ich meine, kantonales Gebiet sind. Aber ich halte es da mit dem gallischen Häuptling, der einst sagte: Das Dorf entscheidet und das Dorf sind wir. Robertus Kummerligus (FDP) teilt meine absolutistische Haltung leider nicht und findet: Das muss im Text präzisiert werden, denn sonst heisst es später, der Senat habe diese Kreuzung genehmigt und das wäre ja noch schöner, wenn wir das Wildschwein essen müssen, das andere erlegt haben. Und dann heisst es am Ende noch: Die spinnen, die Senatoren! Entsprechend wird der Antrag des Senats angenommen.

 

Teil IV: Elektrische Elektion

·        Nachdem wir noch ein paar Abwasseranlagen saniert haben (okay, ja, wir haben beschlossen sie zu sanieren, aber wenn der Senat gesprochen hat, dann ist das ja so gut wie erledigt) und eine neue Revisionsstelle gekürt haben (einstimmig – bei so viel Harmonie bekomme ich doch glatt Eroberungsgelüste), schreiten wir nun zur Frage, ob sich der Senat eine elektronische Abstimmungsanlage gönnen will. Verstehe ich nicht. Was ist denn am Heben von Steintafeln auszusetzen? Das stärkt die Muskeln.

·        Dabei handelt sich aber um eine informelle Befragung, erläutert Senatsvorsitzender Diegokus Clavalus, deren Ergebnis nicht bindend ist. Es geht einfach mal darum den Puls zu fühlen, denn es ist ja schön doof, wenn man sich was Teures leistet und dann will es niemand brauchen (vielleicht weil sie fürchten, die Götter würden sie aus Zorn mit dem Blitz erschlagen, weil Götter ja immer Probleme mit Fortschritt haben, weil der sie ja quasi ersetzen könnte.)

·        Danix Weblix (SP) sieht nur positives in dieser Anlage, denn damit könne schliesslich auch Zeit gespart werden und wir wissen ja, Zeit sind Sesterzen. Auch für die geplante Vorgehensweise findet er positive Worte, denn angedacht ist, dass diese Abstimmungsanlage von Schüler:innen ersonnen und entwickelt wird. Kinderarbeit kommt eben nie aus der Mode…nein, Spass, dass sind natürlich Jugendliche, die das im Rahmen eines Projekts machen würden, ihr könnt die Fackeln also wieder einstecken.

·        Danielus Hubertikus (SVP) sieht das grundlegend anders. Eine in einer Ausbildungsstätte entwickelte Anlage hätte sicher noch Kinderkrankheiten und sei dann eben mehr ein Prototyp, denn ein serienfertiges Modell, gibt er zu bedenken. Trotz dieser Einwände fasst der Senat mit grosser Mehrheit den Beschluss das Projekt elektronische Stimmanlage weiter zu verfolgen und sagen wir mal so: In den letzten acht Jahren wurde erstaunlich oft erstaunlich falsch zusammengezählt – von daher wäre das jetzt nicht die schlechteste Anschaffung. Nein, ich habe kein grosses Maul – ich habe einfach volle Lippen.

·        Und dann sind wir schon am Ende dieser Senatssitzung angekommen und erfreulicherweise leben alle noch und niemand hat sich geprügelt. Wie langweilig…wie erhebend, meine ich. Dann bleibt mir am Ende nur noch zu sagen, dass die SP eine neue Druidin in ihren Reihen hat: Ursinixa Tschannix – ave Ursinixa! Und einen neuen Gemeinderat hat die SP auch: Sandrixo Baumgartnixo! Der war früher Unterhäuptling der Gallier. Viel Spass im neuen Amt. Und ich verbleibe mit den besten Wünschen: Eure Lamatrixa! Ich kam, ich sah, ich schrieb.

 

 

 

 

 

Best of Stadtrat:

 

«Man kann mit Bundesbeamten durchaus reden.» Der Hohe Martinus Lerchibus (SVP) trumpft mit erstaunlichen Erkenntnissen auf.

«An schönen heissen Sommertagen…gut, hatten wir jetzt dieses Jahr nicht so viele…» Pascalinus Dietrichus (FDP) und der Jahrhundertsommer.»

«Cornelia Gerber – Schärer…hm, keine weiteren Bemerkungen…» Lerchibus entlässt Gerberix huldvoll aus seinen Erwiderungen.

«Entschuldige, wir sind nicht bei Artikel 15b, wir sind erst bei Artikel 15.» Also, an einem ganz anderen Ort, Robertus Kummerligus!

«Muss ich noch sagen, wer ich bin?» Linux Rothix (SP). Nein, Hauptsache, du weisst, wer du bist.

«Ich hatte die Befürchtung, es gebe nicht so grosse Diskussionen.» Und das wäre ja schrecklich gewesen. Martinus Lerchibus.

«Fabian war eher – entschuldige, da gilt Ladies First jetzt nicht.» Senatsvorsitzender Diegokus Clavalus (FDP), ein Herr alter Schule. Meistens.

«Die GLP Fraktion…äh, ich meine, die SP…»

«Jederzeit, Fanny!»

«Es gibt Sachen in meinem Leben die passieren werden und andere nicht.»

Fannyx Zürnix (Grüne) und Fabix Fanknix und das spontane indirekte Beitrittsgesuch, das dann doch kein Beitrittsgesuch war, sondern ein freudscher Versprecher.

«Olten verfügt über eine…Zofingen nicht.» Und das Alte Rom hatte auch keine und ist sehr gut damit gefahren! Danielus Hubertikus (SVP) über die elektronische Abstimmungsanlage.

 

 

 

Das andere Stadtratsprotokoll: Der (Fast) Liveticker zur Stadtratssitzung vom 19.10.2026 - die Asterix Edition

  Vorwort ·         Wir schreiben das Jahr 2026, das I Jahr unter dem frisch gekrönten Cäsar Patriculus Freudigenus und ganz Langathun ist...