Montag, 15. Dezember 2025

Das andere Stadtratsprotokoll - der (Fast) Liveticker zur Stadtratssitzung vom 15.12.2025: Die Zuckerstangen - Edition

 

Prolog: It’s beginning to look a lot like Christmas….

 

Von draus, von weit, von Olten kommt ich her – ich muss euch sagen, es stadtratet sehr. Überall auf den Tannenspitzen, sah ich goldene Gemeinderät:innen (hier sehr schnell sprechen) sitzen. Und droben aus dem Himmelstor, sah mit grossen Augen der Reto hervor…oder so. Call me Theodor Storm. Hallo und herzlich willkommen zur letzten Stadtratssitzung von 2025 und damit auch zum letzten Stadtratsprotokoll dieses Jahres. Greift euch Lebkuchen, Mailänderli, Christstollen und verleibt ihn euch ein, während ich euch berichte, was in dieser hochheiligen Nacht, der Stadtrat im Himmel für Freude euch macht.

 

Bald schon ist Weihnachten und bestimmt sind alle Beteiligten dieser Familienfeier Zusammenkunft des Stadtrats bereits beseelt vom heiligen Geist der Weihnacht erfüllt und liebevoll und mitfühlend miteinander und grosszügig und alles das, was das Wunder von Weihnachten uns gelehrt hat (und ja, ich muss selbst ein bisschen würgen, wenn ich diese Zeilen lese, aber ich schreibe noch an einem Weihnachtsroman und bin am Üben).

 

 

Teil 1: Kling, Stadtrat, klingelingeling

Es folgen einige Wahlen, denn durch den Rücktritt von Roland Loser (SP), der ja in den erlauchten Kreis des Gemeinderats aufgenommen wird (gibt es eigentlich eine feierliche Übergabe? Ich stelle mir da so einen Hermelinmantel vor, der um die Schultern gelegt wird und der Stapi schlägt ihn dann mit dem Schwert zum Gemeinderat – ohne ihn dabei dem Kopf abzusäbeln versteht sich, ich stelle es mir schwierig vor ohne Kopf zu regieren), müssen einige Kommissionssitze neu vergeben werden.

Außerdem gibt es einen neuen Chefhirten für die Stadtratsschäfchen, und zwar in Person von Diego Clavadetscher (FDP) und eine neue Vizechefhirtin, in Person von Corinna Grossenbacher (SVP), sowie neue Schafzähler:innen Gerhard Käser (SP) und Nicole Baumann – Zumstein (GLP). Viel Erfolg und Glück. Joy to the world!

 

Trotz Weihnachtsstimmung darf das harte politische Geschäft natürlich nicht vernachlässigt werden (auch die Geburt Jesus ist nicht wichtiger, als der Stadtrat von Langenthal), es geht aber trotzdem um ein stimmungsvolles Thema, nämlich um die Audioprotokollierung. Der Stadtrat testet aktuell eine Software, die die Stadtratssitzung aufnimmt – Idee wäre es, dass die Leute zukünftig nicht nur das schriftliche Protokoll (oder meines) lesen könnten, sondern die Sitzung und die einzelnen Redebeiträge anhören könnten (auf der kantonalen Ebene kann man das schon). Jetzt geht es darum, ob man dieses Projekt weiterverfolgen soll oder es wie ein alter Tannenbaum zum Fenster rausgeschmissen wird.

 

SP, GLP und SVP zeigen sich grundsätzlich offen gegenüber dieser Modernisierung, wobei SP – Fraktionssprecher Sandro Baumgartner mahnt, dass er schon erwarte, dass mit ihren Stimmen sorgfältig umgegangen werde, eine Sorge, die auch Pascal Dietrich (Liste 49) teilt, der zudem den Fortschrittlichkeit dieses Tools bezweifelt und zu bedenken gibt, dass es für den Protokollführer nicht nur eine Erleichterung sei: Dadurch, dass die Sitzungen auf Schweizerdeutsch geführt werden, kommt die ÜbersetzungsKI an ihre Grenzen und der Protokollführer muss alles zusätzlich übersetzen. Trotz dieser Einwände, überwiegen für die Stadträt:innen größtenteils die Vorteile und entscheiden, dass das Projekt weitergeführt wird.

 

Ich wäre ja für einen Livestream. Dann könnte ich gemütlich zuhause in meinem Himmelbett (das ich nicht habe) sitzen, gekleidet in meinen seidenen Morgenmantel (den ich auch nicht habe), in der einen Hand ein Glas Sekt (das ich auch nicht habe – also das Glas schon, den Sekt nicht) und in der anderen einen Kübel Eis (den ich tatsächlich immer habe – Eis ist mein Leben. Und Lebkuchen natürlich). Und dann könnte ich mir das alles in Ruhe reinziehen und immer und immer wieder meine Lieblingsstellen zurückspulen. Das wäre ein echter Mehrwert für mich. Äh, ich meine für Langenthal, natürlich.

 

 

Teil 2: Es fasnachtet sehr

 

Und dann kommen wir zu DEM Traktandum, das dazu geführt hat, dass ich heute die Zuschauerränge mit gefühlt der halben Fasnachtsgesellschaft teilen darf (wobei es nicht ganz so krass ist, wie wenn die Lehrer:innen aufmarschieren – dann erinnert es fast an eine Besetzung), nämlich zum Leistungsverstrag mit der LFG. Dabei geht es vor allem darum, dass etwas schriftlich reglementiert und festgehalten wird, was schon jahrelang angewendet wird. Damit soll unter anderem verhindert werden, dass die Fasnacht aufgrund eines abgelehnten Stadtbudgets (ach, was, das passiert doch nie *hust*) nicht stattfinden kann (Schnee und Viren können leider nicht vertraglich verhindert werden).

Dass die Fasnacht für Langenthal eine große Bedeutung hat, stellt niemand in Frage. Besonders hervorgestrichen wird das von Patrick Jordi (FDP), seines Zeichens leidenschaftlicher Guggenmusiker und, wie er selbst in seinem Statement offenbart, in seinem Anwärterjahr für die LFG. Diskutiert wird allerdings, dass dieser Leistungsvertrag unbegrenzt sein soll – Leistungsverträge werden normalerweise zeitlich begrenzt und dann wieder neu verhandelt.

Sandro Baumgartner und Saima Sägesser (SP) formulieren die Kritik ihrer Fraktion. Es sei eine Ungleichbehandlung der anderen Kulturhäuser, so Sandro Baumgartner und nennt konkret das Stadttheater und das Chrämerhuus, die ebenfalls eine große Ausstrahlung über die Stadtgrenzen ausübten und einen Mehrwert erbringen würden. Und er nimmt auch Bezug auf einen ominösen Newsletter, der von der LFG verschickt wurde und in dem ein – naja, nennen wir es, latent aggressiver Ton mitschwang und in dem geschrieben wurde, dass die rund 2000 Fasnächtler:innen ja dann die  Stadträt:innen auch nicht mehr auf ihre Wahlzettel schreiben würden. Augenzwinkernd erklärt Baumgartner, dass er sich ja freuen würde, wenn der anonyme Schreiberling 2‘000 Leute dazu bewegen könne, überhaupt wählen zu gehen – das sei nur gut für die Wahlbeteiligung. Saima Sägesser wiederum erklärt ihre ablehnende Haltung mit fehlenden Inhalten – so hätte sich die SP gewünscht, dass die LFG ihren Einfluss nutzt um sich deutlich gegen Diskriminierung ausspricht und auch heikle Themen wie sexuelle Gewalt oder kulturelle Aneignung aufgreift und Lösungen dafür bietet.

Trotz dieser Kritik kommt der Leistungsvertrag fast einstimmig durch und das ohne, dass jemand Konfetti werfen musste oder eine Gugge protestierend durch den Saal zog. Viel Aufregung um nichts. Lasst mich allen, die hier mitlesen, einen guten Rat in Sachen Stadtrat geben (nachdem ich wahrscheinlich über 40 von diesen Happenings besucht habe, würde ich mich schon als erfahren bezeichnen): Nichts wird so heiß gegessen wie gekocht und nur weil sich Leute kritisch äußern oder Änderungsvorschläge haben, heißt das nicht zwingend, dass ein Geschäft abgelehnt wird – und es ist halt einfach auch der Job des Stadtrats kritisch zu sein und zu diskutieren. Also: Don’t panic!

In diesem sagenumwobenen Newsletter wurde auch noch geschrieben, dass die LFG mir im Zuschauerraum Gesellschaft leisten will. Dazu möchte ich sagen, dass ich natürlich gerne Gesellschaft habe (außer morgens – dann lasst ihr mich bitte in Ruhe. Und mittags sprecht ihr mich bitte auch nicht an. Ach ja, und abends bin ich auch eher unleidlich…hm, am besten redet ihr mit mir zwischen 23.30 und 23.45, dann habe ich mein persönliches Hoch), aber ich hätte sie halt gerne auch, wenn nicht gerade ein Traktandum auf dem Zettel steht, was euch bewegt. Weil, es ist immer schade, wie der Zuschauerraum sich dann sofort leert, sobald die eigene Herzenssache durchgekommen ist. Ein Umstand, der Pascal Dietrich zu ungeahnten dichterischen Höhen führt: „Tut der Stadtrat bei die deinem Geschäft bocken – musst du einfach hinten in den Zuschauerraum hocken!“ Nicht mehr lange und er nennt sich nicht mehr Dietrich – sondern Dichterich.

       

       Teil 3: Alle Jahre wieder…kommt das Stadttheater

 

Nach einigen Fristverlängerungen (und einem Traktandum, das ich komplett verpennt habe, weil ich Lebkuchen essen musste, sorry), geht es mal wieder ums Stadttheater. Und zwar um eine Motion der GLP/EVP Fraktion, die für das Stadttheater eine Spezialfinanzierung fordert – das würde bedeuten, dass das Stadttheater nicht mehr im städtischen Budget auftauchen würde. Motionärin Murielle Schärer betont dann auch, dass das Führen einer Kulturinstitution immer gewissen Schwankungen unterliege und durch diese Auslösung das Stadttheater sich eben nicht mehr für jeden Fünfer rechtfertigen müsse. Es entstehe auch Handlungsspielraum, so Schärer und trotzdem bestünde mit der Stadt im Rücken noch ein Sicherheitsnetz.

 

Franziska Zaugg – Streuli (FDP) sieht im Namen ihrer Fraktion in der Spezialfinanzierung nicht die Lösung der Probleme, während Saima Sägesser (SP) der Meinung ist, dass man den bereits eingeschlagenen Weg mit dem Stadttheater weiterführen will und nicht wieder etwas Neues anfangen will. Mit der „sympathischen“ Motion, so Corinna Grossenbacher (SVP), hätte sich auch die SVP lange beschäftigt, letztendlich würden sie aber auch der ablehnenden Haltung des Gemeinderats und des Amts für Kultur und Bildung folgen, weil sie befürchten, dass zu viele Ressourcen für die Ausarbeitung eines Reglements gebunden werden, dass dann doch wieder über den Haufen geworfen wird.

 

Motionärin Murielle Schärer (GLP) sieht die Argumente der Fraktionen, bittet aber um eine Sache. „Macht vorwärts und lasst es nicht wieder zehn Jahre dauern, bis etwas passiert!“, so Schärer. Also bitte! Wann hat denn in Langenthal jemals etwas lange gedauert? Wir sind total speditiv! Also, nachdem wir einen Bericht eingeholt und einen zweiten Bericht geschrieben haben und den ersten Bericht dann noch einmal durchgekaut haben und die Statistik dazu sorgfältig ausgearbeitet und eine dritte Meinung zu ebenjener Statistik eingeholt haben – aber dann sind wir blitzschnell.

 

Weiter diskutiert wird die Umbenennung von Haltestellen, die zum Teil noch veraltete Namen tragen, mit denen niemand mehr was anfangen kann. Wobei prompt wieder darum gestritten wird, mit welchem Namen sich die Leute jetzt besser identifizieren können. Ich wäre ja für Namen wie „Pupsender Regenbogen“, „schnurrende Katze“ oder „rülpsender Drache“, weil ich es mir sehr lustig vorstelle, wie diese angenehm mechanische Frauenstimme im Bus haucht: „Pupsender Regenbogen – Umsteigemöglichkeiten in alle Richtungen.“

 

Teil 4: Es ist ein Stadtratspräsident entsprungen…

 

Die GPK hat ihren jährlichen Verwaltungsbesuch hinter sich gebracht und Corinna Grossenbacher (SVP) hat nach eigener Aussage das „Vergnügen“ (wobei sie das in einem Ton sagt, als fände sie ein Bad mit Piranhas im Grunde erstrebenswerter) das Fazit dieses Besuchs präsentieren. Sie dankt der Verwaltung für ihre gute Arbeit, macht aber auch deutlich, dass es in Sachen Strukturen vielleicht noch Verbesserungsmöglichkeiten gibt und auch noch einiges nach der Methode das haben wir schon immer so gemacht wird. Ja. Würde jetzt behaupten, dass ist in Langenthal generell die am meisten verbreitete Methode, haha.

 

Und dann heißt es Abschied nehmen: Martina Moser (SP) ist als Gemeinderätin zurückgetreten und hat heute ihr letzte Sitzung hinter sich gebracht. Und da werde ich doch glatt emotional: Martina war/ ist ein Mensch, der für mich bewiesen hat, dass man nicht laut sein muss, um in der Politik seine Spuren zu hinterlassen und sie war deshalb auch immer ein Vorbild. Danke, Martina! Du wirst fehlen.

 

Mut und Bereitschaft hat es gebraucht zum Wandel, so Martina Moser bei ihren Abschiedsworten. Sie kann                                                                                                            sich beruflich weiterentwickeln, das hat aber auch zur Folge, dass sie das Gemeinderatsamt nicht mehr ausüben kann. „Geben wir acht aufeinander“, so Martina Moser und bedankt sich auch bei allen Wählenden, die ihr ihr Vertrauen geschenkt haben, wie auch bei ihrem Gemeinderat  – und Stadtratskolleg:innen – aber auch bei ihrem „Büezer“, ihrem Amtsvorsteher Thomas Egger. Und sie wünscht allen, Kraft und Mut für Veränderungen, die anstehen, sowie ihrem Nachfolger Roland Loser alles Gute im neuen Amt.

 

Und es folgen noch weitere Abschiedsworte, diesmal vom Stadtratspräsidenten Fabian Fankhauser (GLP), der zwar noch im Stadtrat verbleibt, aber sein Jahr als höchster Langenthaler beendet. „Ich habe euch zwei Sachen versprochen: Dass ich euch nicht über den Unterschied zwischen Arbeit und Energie belehre und dass ich die Sitzungen speditiv leite. Ich würde behaupten, das habe ich erreicht, jedenfalls habe ich mir da selbst ein erfüllt gegeben“, so Fankhauser, der trotz weniger Traktanden und einer abgesagten Sitzung ein ereignisreiches Jahr hinter sich hat, weil sehr viel im Hintergrund umstrukturiert wurde und die Abläufe in Langenthal durchleuchtet werden. Fankhauser nutzt seinen Moment auch für einen „Appell“ an die rechtsextremistischen Gruppierungen, die immer wieder Kleber mit widerlichen Inhalten anbringen. Sie sollen doch einfach wegbleiben, rät Fankhauser und die Stadt in Ruhe lassen. Aber er nimmt auch die Stadträt:innen von links bis rechts in die Pflicht sich gegen Extremismus zu stellen. Und letztendlich: „Wir alle sitzen freiwillig hier und wir alle wollen das Beste für die Stadt – vergesst das nicht und sucht über die Parteigrenzen nach Lösungen. Und: nicht jeder Veränderungsvorschlag ist auch eine Kritik.“

 

Pointiert, engagiert und mit Humor – so fasst Diego Clavadetscher (FDP)  Fabian Fankhausers Charakter und seine Reden zusammen, ein Kämpfer für seine Überzeugungen. „Danke für dein Vorbild in Sachen Stadtrat und Meinungsbildung…und in Demokratie.“ Der sichtlich gerührte Fankhauser beendet damit ein letztes Mal die Stadtratssitzung,

 

Und damit geht die Saison 2025 zu Ende – auch für mich. Vielen Dank fürs Mitlesen und Teilen und da sein – ich hoffe, ich habe euch trotz ernster Themen immer wieder erfolgreich zum Lachen gebracht und ihr konntet auch dann schmunzeln, wenn das Lama vielleicht auch mal schärfer oder zynisch oder ironisch war – ich meine es nicht so, ich bin nur ein ganz kleines bisschen böse. Wir sehen uns.

Montag, 13. Oktober 2025

Das andere Stadtratsprotokoll - die Nebeledition: Der (Fast) Liveticker zur Stadtratssitzung vom 13.10.2025

 

 

Einleitende Einleitung

 

Hallo und herzlich willkommen beim herbstlichen Stadtratsprotokoll – es ist Oktober und ich liebe alles daran. Endlich, endlich hat sich dieser aufdringliche Sommer verzogen und belästigt mich und meine zarte weisse Haut nicht weiter und endlich kann ich mich wieder in übergrosse Pullis werfen und den ganzen Tag unter einer Wolldecke lesen (okay, vielleicht mache ich das im Sommer auch – nur ohne die Wolldecke). Und endlich wieder Nebel! Ich weiss gar nicht, was alle immer gegen diesen Nebel haben, der ist doch hübsch! Dann sieht Langenthal nicht aus wie Langenthal, sondern ein bisschen wie Avalaon. Oder wie Mittelerde. Naja, nur ohne Elben (leider) und auch ohne Orks (zum Glück), aber zumindest ich bin ja innerlich schon ein Hobbit (mit Ausnahme von den Füssen, vielleicht).

Ich weiss ja nicht wieso, aber aus irgendeinem Grund haben sie a) viel weniger Zuschauer:innenplätze zur Verfügung gestellt (möglicherweise war der Anblick der vielen leeren Sitze auch einfach zu deprimierend, wer weiss) und b) haben sie die Zuschauerränge nach hinten gerückt, was schade ist, weil ich jetzt nicht mehr gegen die Stühle der FDP – Fraktion treten kann, wenn mir langweilig ist…(nein, Spass, sowas würde ich NIE tun, ich traue mich ja manchmal nicht einmal zu niesen im Stadtrat, weil ich Angst habe, sonst des Saals verwiesen zu werden…)

 

Teil 1: Stadträtliche Stadtratssachen

 

Erst einmal kommt ein Antrag vom Stadtratsbüro persönlich auf den Tisch – dabei geht es um eine Revision des Stadtratsreglements (das ist auch so ein Bumerang, der immer wieder zurückkommt und mir immer wieder gegen die Birne knallt, das letzte Mal als dieses Reglement erneuert wurde, ist erst sechs Jahre her), aber sie ist nötig geworden, weil der Stadtrat ja aktuell jemanden im Mandat als Stadtratssekretärin angestellt hat. Ein solches Arrangement ist im «alten» Reglement aber nicht vorgesehen, deshalb müsste sie ohnehin angepasst werden. Also, kann man ja gerade alles neu machen, ganz nach dem Motto: Warum nur eine Wand streichen, wenn wir auch gleich das ganze Haus abbrechen und neu bauen können?

Diego Clavadetscher (FDP) führt als Sprecher des Stadtratsbüros aus, dass sich eben dieses dafür entschieden hat, diese Aufgabe der Überarbeitung des Reglement einer stadträtlichen Kommission zuzuführen – dies sei am effizientesten. Dass das Büro dies selbst mache, habe insofern keinen Sinn, so Clavadetscher, weil sich das Büro ja jedes Jahr in der Zusammensetzung ändere.

Ungewöhnlich sei die Situation, so GPK-Sprecher Pascal Dietrich (Liste 49), weil das Büro selbst einen Antrag an den Stadtrat stellt, was es so offenbar noch nie vorgekommen ist und auch in der Geschäftsordnung des Stadtrats nicht vorgesehen ist. Die Argumente des Büros hätten die GPK aber überzeugt, so Dietrich, formal hätten sie keine Einwände. Sie stimmen auch mit dem Büro überein, dass das andere Vorgehen umständlich und wenig zielführend sei und schlussendlich «überspitzt formulistisch», wie Dietrich zusammenfasst. Stutzig sei die GPK aber geworden, dass die Mitglieder dieser Kommission gleich am selben Abend (also, heute) gewählt werden sollen (langsam pressiere) und dass die GPK bei diesem speziellen Geschäft auch Teile ihrer Aufgaben abgeben würde (also die vorberatende Funktion). Schlussendlich sei aber auch das vom Stadtratsbüro schlüssig erläutert worden, so dass die GPK hinter dem Vorgehen stehen kann.

Pascal Dietrich fügt seinem Votum dann noch hinzu, dass dieser Schritt sich nicht gegen die Exekutive richte, sondern schlussendlich dazu diene, dass der Stadtrat effizient arbeiten kann.  Ich nehme jetzt mal an, damit ist gemeint, dass besagte stadträtliche Kommission vom Stadtrat gewählt wird und nicht, wie es sonst bei solchen Kommissionen üblich ist, vom Gemeinderat eingesetzt wird (jedenfalls habe ich das so verstanden. Korrigiert mich, wenn ich falsch liege). Und naja, nichts ist bekanntlich so empfindlich wie das politische Ego, das bei jedem tatsächlichen oder auch nur vermuteten Machtverlust ganz schnell zusammensacken kann.

Die Bürgerlichen stehen dem Antrag grösstenteils positiv gegenüber. Sandro Baumgartner (SP) schlägt im Namen der linken Ratsseite jedoch durchaus auch kritische Töne an. Er stösst sich insbesondere am Begriff Kontinuität, der von den Bürgerlichen öfters gebracht wird. Es gehe schliesslich um eine nichtständige Kommission, erinnert Baumgartner, die werde auch wieder aufgelöst, da könne man nicht von Kontinuität reden. Bei einer nichtständigen Kommission sei man auch dabei – nicht aber, wenn es darum gehe, ein neues ständiges Gremium zu bilden.

Die EVP/GLP Fraktion stellt den Antrag, diese nichtständige Kommission, um einen Sitz zu erweitern, um der GLP die Chance zu geben, mit zwei Personen vertreten zu sein. Murielle Schärer begründet das in ihrem Votum damit, dass sowohl sie (aufgrund ihres beruflichen Hintergrunds, sie ist stellvertretende Gemeindeschreiberin in Roggwil), als auch Fabian Fankhauser (der aktuell Stadtratspräsident ist und aufgrund der Ausarbeitung des Antrags tief in der Materie drinsteckt), für diesen Job sehr gut geeignet seien.

Die SP unterstützt diesen Antrag (die Partei mit dem Herz für Minderheiten), wobei Baumgartner schon mal klar macht, dass sie dann schon das Präsidium möchten («Der Chef sind wir»). Die Bürgerlichen jedoch beharren darauf, dass die Stärke der Parteien sich in der Anzahl Sitze widerspiegeln muss, wobei Corinna Grossenbacher (SVP) der GLP/EVP wohlwollend vorschlägt, es dürften ja schon mehrere von ihnen mitarbeiten, die hätten dann einfach kein Stimmrecht, ganz im Sinne von: Ihr bekommt das Kindermenü, aber dürft immerhin mit den Grossen am Tisch sitzen. Der Antrag wird dann auch abgelehnt. Wenn ich Königin wäre, hätten wir solche Machtrangeleien gar nicht – ich würde befehlen, ihr gehorcht, alle sind glücklich. Oder zumindest ich.

Die SP will einen Absatz streichen, der offen lässt, dass diese nichtständige Stadtratsgeschäftsordnungrevisionkommission (mein neues Lieblingswort – ich habe das jetzt erfunden und ich möchte, dass diese Kommission jetzt so genannt wird, weil ich das sage und ich bin schliesslich das Lama…) auch andere Aufgaben übernehmen könnte (ja, wie wäre es zum Beispiel wenn sich diese Kommission mit dem Thema beschäftigen würde, wie man dem Lama – also mir – den Aufenthalt im Stadtrat noch angenehmer gestalten könnte? Wie wäre es zum Beispiel mit einem Ventilator, nur für mich oder einen Pool, damit ich während der Sitzung ein bisschen planschen könnte?). Der Antrag wird ebenfalls bachab geschickt (also, können wir noch einmal über meinen Pool reden…?)

Die reden jetzt seit fast einer Stunde über diese Kommission. An dieser Geschäftsordnung des Stadtrats wurde noch keine Silbe umgeschrieben und sie geht mir jetzt schon auf die Nerven.

 

Beim nächsten Antrag wird erst einmal ausgiebig darüber gestritten, was jetzt da drinsteht oder eben nicht drinsteht (die Frage aller Fragen – steht er oder steht er nicht) und ich schwöre, ich glaube seit der Übersetzung der Bibel wurde nicht mehr so leidenschaftlich über einen Satz diskutiert. Ich würde jetzt lügen, wenn ich behaupten würde, dass ich verstanden habe, um was es da geht, aber die Bibel habe ich auch immer nur teilweise verstanden und habe es trotzdem bis zur Firmung geschafft.

 

Im Grossen und Ganzen geht es wohl um das, was schon in der GPK debattiert wurde – dass die Vorlage, die diese Geschäftsordnungskommission betrifft, eben nicht von der GPK sondern von dieser nichtständigen Kommission vorberaten wird. Die SP will das streichen, die anderen nicht, weshalb Corinna Grossenbacher (SVP) der SP/GL Fraktion vorschlägt, den Antrag doch einfach zurückzuziehen. Wow, sie hat noch mehr Königinnenergie als ich, selten jemanden gehört der so zackig Vorschläge an andere Fraktionen unterbreitet.

 

Der Antrag wird abgelehnt und wir schreiten jetzt ENDLICH zur Wahl der Mitglieder dieser nichtständigen Kommission (hat ja nur 1 Stunde gedauert, haha). Gewählt werden schliesslich von der FDP Franziska Zaugg – Steuli und Diego Clavadetscher, von der SP/GL Fraktion Georg Cap und Linus Rothacher, von der SVP Corinna Grossenbacher und Michael Schenk und von der GLP Fraktion Fabian Fankhauser. Na dann, viel Spass in der nichtständigen Stadtratsgeschäftsordnungrevisionkommission – möget ihr Licht finden, an dunklen Orten, wenn alle anderen Lichtern ausgehen zu scheinen und mögen euch Schmetterlinge den Weg säumen und Fanfaren euch willkommen heissen, wo immer ihr auch hinkommt.


Teil 2: Theoretisches Theater

 

Nach ein paar beantragten Fristverlängerungen (die der Stadtrat sowieso gutheissen muss, weil was will er machen, wenn der Gemeinderat erklärt, er sei noch nicht fertig mit der Bearbeitung des Geschäfts? Ihn so lange einsperren, bis sie das Geschäft fertig gebacken haben, oder was?), kommen wir mal wieder zu einem Lieblingsthema dieses Stadtrats: Das Stadttheater. In einem Postulat wurde gefordert, dass geprüft wird, ob das Stadttheater ausgegliedert werden kann.

Alle Beteiligten sind sich darin einig, dass das Geschäft reichlich verworren ist (oder, um es in den Worten von Murielle Schärer auszudrücken: Da ist der Knoten drin). Die SP in Gestalt von Nathalie Scheibli macht beliebt, der neuen Theaterleitung erst einmal die Chance zu geben, ihre Arbeit zu wirken, während die GLP vorschlägt, nicht gleich nach der Schere zu greifen, sondern behutsam zu versuchen, den Knoten zu lösen, indem man das Stadttheater nicht mehr über das Budget der Stadt finanziert, sondern über eine Sonderfinanzierung. Die Bürgerlichen wiederum betonen, dass eine Ausgliederung noch immer nicht von Tisch sei, auch wenn Pascal Dietrich hervorhebt, dass die neue Leitung einen vielversprechenden Start hingelegt hat.

Was man schon mal festhalten kann, ist, dass diese Diskussion bedeutend weniger aufgeheizt war, als andere Debatten zu diesem Thema – eine Zeitlang hatte ich ja das Gefühl, dass das Wort Stadttheater schon alleine genügte, um den zweiten trojanischen Krieg im Stadtrat auszulösen, aber offenbar sind da alle jetzt wieder ein bisschen entspannter. Gab es etwa eine gemeinsame Yoga – Stunde? Zu der ich nicht eingeladen war?

 

Teil 3: Emotionale Motionen

 

Saima Sägesser (SP) hat in einem Vorstoss gefordert, die sogenannten mediterranen Nächte auszuweiten. Bis jetzt haben die Restaurants die Möglichkeit in Langenthal an zwölf warmen Nächten länger draussen zu bedienen. Der Vorstoss hätte ermöglichen sollen, diese Öffnungszeiten noch einmal auszudehnen, allerdings scheint die rechtliche Situation da dem Gemeinderat gar keinen Spielraum zu geben, weshalb Sägesser die Motion auch wieder zurückzieht, in ihrem Votum aber noch einmal ihrer Sorge um das Nachleben in Langenthal Ausdruck verleiht.

Die nächste Motion geht mal wieder um Schulen, aber für einmal geht es nicht um Schimmel oder undichte Dächer, sondern um die Installierung eines Alarmierungssystem, das offenbar bis jetzt an den Langenthalern Schulen immer noch lediglich im Läuten der Schulglocke besteht (die ja auch nicht immer sehr zuverlässig sind – ich schwöre, die Mathestunden waren immer viel länger als die Deutschstunden).

Die Fraktionen SP und GLP/EVP stehen hinter dieser Motion und betonen die Verantwortung der Parteien, während die SVP und FDP beliebt machen, die Motion in ein Postulat umzuwandeln. Nathalie Scheibli lehnt das vehement ab, denn schlussendlich gehe es im Gegensatz zum Stadttheater nicht einfach um eine Rechtslage, sondern im schlimmsten Fall um Leben oder Tod. «Ich will nicht verantworten, dass irgendeinmal mal etwas passiert.»

Der Grund für diese Diskussion ist die Haltung des Gemeinderats, der zwar die Notwendigkeit eines solchen Alarmsystems sieht, aber zu Bedenken gibt, dass dies erhebliche finanzielle Ausgaben nach sich ziehen würde, die erst in den Investitionsplan des Gemeinderats eingebettet werden müsse und erst eine ausgiebige Gesamtbetrachtung erfordert, die nicht innerhalb der eng gesteckten zwei Jahresfrist der Motion umgesetzt werden kann (ich hänge zu oft hier rum – meine Formulierungen werden immer umständlicher, bald fange ich an Paragrafen zu zitieren…)

Linus Rothacher (SP) gibt zu bedenken, dass die Sicherheitslage auch schon mal besser war und sich Vorfälle wie Amokläufe leider häufen. Nathalie Scheibli (SP) macht zudem deutlich, dass die Schulen seit Jahren auf Missstände in Sachen Alarmierungssystem aufmerksam machen und nichts geschehen sei. «Immer kommt irgendetwas das wichtiger ist – muss denn erst etwas passieren, bis man handelt?» Sie bittet ihre Ratskolleg:innen eindringlich, der Motion zuzustimmen, wenn es ihnen denn so wichtig sei, wie sie jetzt behaupten. Ähnliche Töne schlägt Cornelia Gerber – Schärer (SP) an. «Wie könnt ihr das mit euren Gewissen vereinbaren?», fragt sie rhetorisch.

«Ein Alarmierungssystem ist keine Spielerei, sondern eine technische Notwendigkeit», erklärt auch Dan Weber (SP), der selber an den Langenthaler Schulen unterrichtet. Natürlich hoffe man, dass das nie gebraucht werde, so Weber, aber es sei eben durchaus ein realistisches Szenario. Auch die Abwandlung in ein Postulat lehnt er energisch ab, denn dabei handle es sich lediglich um eine höfliche Bitte die Notwendigkeit zu prüfen…und wir würden ja schon wissen, dass es nötig ist.

Die Motionär:innen wandeln nicht und so kommt es zur Abstimmung, wobei die Motionär:innen obsiegen – ziemlich klar, ich hätte es aufgrund der heftigen Diskussion knapper erwartet, aber offenbar hat der der leidenschaftliche Appell gewirkt.

 

 

Teil 4: Traumhafte Turnhallen

 

 

In der nächsten Motion geht es um den Neubau der Dreifachturnhalle bzw. darum, dass der Gemeinderat Verhandlungen mit dem Kanton Bern aufnehmen soll. Ich würde nostalgisch werden, weil ich schon in dieser Turnhalle geturnt und mir die Arme an diesen wunderschönen schlecht verputzten Wänden aufgeschürft habe, aber ehrlich gesagt habe ich in dieser Turnhalle mit die schlimmsten Jugenderinnerungen gesammelt und würde sie mit Freuden selbst mithilfe eines Vorschlaghammers den Erdboden gleichmachen. Und da ich in die neue nie wieder einen Fuss reinsetzen muss, ist sie mir jetzt schon sympathischer als die letzte.

Weils immer nice ist, wenn im besten Fall jemand anders zahlt, wird die Motion wenig überraschend als erheblich erklärt – los Kanton, gib uns die Dreifachturnhalle! Mit einer goldenen Kuppel und silbernen Türen und Juwelen, die an den Wänden glitzern…oder einfach eine, in der alle Vereine Platz finden und sich frei entfalten können (ich habe nichts gegen Sport, wenn ich mich nicht daran beteiligen muss).

Zum Ausklang der Stadtratssitzung gibt es eine knackige Fragestunde, wo es unter anderem um Wildpinkler geht (lol, ich liebe dieses Wort – würde am liebsten gleich einen Krimi mit dem Titel «Der Wildpinkler» verfassen), um Fristen bezüglich verschiedener Bauten, Einladungen, die brieflich geschehen, statt per Mail (weil Brieftauben viel schnell sind, harhar), um verstreute Sitzgelegenheiten, um das Anlageportfolio der Stadt, das Kulturfördergesetz (scheint mehr als ein Gerücht zu sein) und um Parkplätze.

Und dann sind wir schon wieder am Ende – ich bedanke mich für eure Aufmerksamkeit und entschuldige mich dafür, dass es nicht ganz so live war wie sonst. Es lag nicht daran, dass ich zwischendurch eingeschlafen wäre – wie könnte es auch sein, bei diesen SPANNENDEN Themen – sondern, weil mein Internet abgekackt ist (vielleicht hat es mir aber auch jemand einfach abgeklemmt, weil er oder sie verhindern wollte, dass ich euch ganz ungeschönt aus dem Stadtrat berichte. Manipulation überall), aber ich hoffe, ich konnte euch trotzdem unterhalten. Einen wunderschönen Herbst mit möglichst wenig Wildpinklern wünsche ich euch. Wir lesen uns!

 

 

 

«Originell wäre höchstens, wenn wir unsere Reglement auch mal wieder umsetzen würden.» Badatusch. Diego Clavadetscher (FDP) ist heute ein bisschen sassy unterwegs.

«Da haben wir uns schon überlegt, ob man uns aufs Abstellgleis schieben will und wir zukünftig nur noch zum Apéro nehmen da sind.» Nene, das Apéro essen ist mein Part, das könnt ihr mir nicht wegnehmen! Pascal Dietrich (Liste 49)

«Chli weniger schribe, meh läbe» Kalendersprüche mit Sandro Baumgartner (SP)

«Du muesch antworte, i ha dir e Frag gstellt.»
«Ja, I warte bis er mer seit, dass i darf – Regle müess si.»
Denkwürdiger Dialog von Diego Clavadetscher und Sandro Baumgartner - Shake

«Jetzt tüe mer no schnell chli pragmatisch…» Wieder Diego Clavadetscher, der dem Stadtrat ganz neue Wege vorschlägt.

«Es scheint bei jeder Fristverlängerung jemand verloren zu gehen…» Aber mit Verlusten muss man eben rechnen. Fabian Fankhauser (GLP).

«Ich muss erstmal durchatmen – ich muss erst noch den Faden wieder finden.» Gerhard Käser (SP) für einmal als Handarbeitslehrer.

«Damit uns der Kanton da eine schöne Halle hinstellt.» Quasi als Ersatz für den Gebärsaal, den er uns entreisst. Jan Herzig (SVP).


Montag, 18. August 2025

Das andere Stadtratsprotokoll: Der (Fast) Liveticker zur Stadtratssitzung vom 18.08.2025 - die Classic Edition

 

Vorangehendes Vorwort

 

·        Alle glücklichen Stadträte gleichen einander, jeder unglückliche Stadtrat ist auf seine eigene Weise unglücklich. Und nichts macht bekanntlich so unglücklich wie Geld… oder sagen wir, nichts macht si unglücklich wie fehlendes Geld und von daher dürfen wir gespannt sein, wie gross der Grad des Unglück unseres Stadtrats heute ist, denn es geht ums Budget. Weh mir, oh wehe! Und damit herzlich willkommen zum anderen Stadtratsprotokoll, dem berühmtesten (fast) Liveticker zur Stadtratssitzung vom Langenthal – hauptsächlich, weil er der einzige ist. Es bloggt für sie das herrliche Lama.

·        Bin ich heute fast zu spät gekommen, weil ich meinen absoluten Lieblingseyeliner nicht mehr finden kann und deshalb einen neuen gekauft habe, der aber fürchterlich schmiert, weshalb ich zwischendurch ausgesehen habe wie in meiner Jugend, als ich das Teil generell nicht so in Griff hatte, und habe ich mir in dem ganzen Stress den Eyeliner ins Auge gestochen? Eventuell. Nur mit dem Herzen kann man richtig sehen, das Wesentliche bleibt dem Auge verborgen – sofern das Auge nicht tränt.

 

Teil 1: Goldiges Geld

·        Budget und Erfolgsrechnung werden heute gemeinsam präsentiert vom Finanzminister Patrick Freudiger (SVP), der gleich auf das Heiligtum der Bürgerlichen hinweist: Der relativ tiefe Steuersatz von Langenthal 1.44. Den sie bis zum Schluss verteidigen werden, denn Steuern sind schlecht, das hat schon Robin Hood gewusst (was ich mich ja immer frage, war Robin Hood jetzt ein Linker, weil er umverteilt hat oder wars jetzt doch ein Liberaler, weil er sich gegen hohe Steuern gewehrt hat?)

·        Wir sind jetzt übrigens etwa bei 2,6 Mio Defizit, was nach viel Geld klingt, aber im ersten Entwurf war es offenbar bedeutend mehr. Da haben wir nochmal Glück gehabt, trotzdem höre ich irgendwo Dagobert Duck leise weinen. Aber laut dem Finanzplan soll das Defizit weiter abnehmen – drücken wir die Daumen, dass nicht wieder eine Pandemie kommt, die unsere schönen Pläne ruiniert. Oder der gelbe Mann im Weissen Haus noch weiter durchdreht. We're all mad here

·         Was übrigens noch nicht eingerechnet ist, ist die sogenannte Zentrumslastabgeltung. Kantonal wird gerade darüber diskutiert, ob Langenthal wie die Städte Biel und Bern eine Abgabe bezahlt bekommt, weil wir eine Zentrumsfunktion erfüllen. d. h. wir haben beispielsweise Aufwände für Leistungen, die wir beispielsweise für Leute erbringen, die hier keine Steuern zahlen. Wenn das durchkommt, würde das natürlich unser Budget enorm aufbessern, weil wir Mehreinnahmen hätten. Da lacht doch der innere Dagobert Duck schon wieder.

·        Ein umstrittenes Thema ist immer der bauliche Unterhalt. Langenthal hat viele Gebäude und Institutionen, die wir eigentlich renovieren müssten (Markthalle, Badi). Trotz verschärfter Budgetvorgaben (die sich der Gemeinderat in einer Geste der Selbstgeisselung selbst aufgebrummt hat), hat der Gemeinderat trotzdem mehr Geld für diesen Posten eingeplant (nicht, dass uns noch der Himmel auf den Kopf fällt).

·        Es wurde gekürzt, aber eigentlich nur indirekt, weil man Ausgaben den letzten Rechnungen angepasst hat. Also Posten für die man in der Vergangenheit zu viel eingeplant hat, hat man dem tatsächlichen Wert angeglichen. Allerdings, so Patrick Freudiger, wird es weitere Massnahmen geben müssen. The iron Lady vom Gemeinderat hat gesprochen. Das Vermögen soll durch Mittel erworben werden, die von Unsittlichkeit frei sind, erhalten aber soll man es durch Genauigkeit und Sparsamkeit.

·        Geld ausgeben ist einfach, besonders wenn es nicht eigenes Geld ist, mahnt Daniel Huber (SVP), sparen mache dagegen weniger Spass – aber auch dort müsse man exakt sein, denn «auch Kleinvieh macht Mist.» Wo ein Wille da ist, ist auch ein Weg - auch ohne Steuererhöhungen, so sein Fazit. Ja, ja, das klingt nach sparen, sparen und noch einmal sparen.

·        Roland Loser (SP) greift ebenfalls in die Zitatenkiste: «Planung ersetzt den Zufall durch den Irrtum.» Ein Finanzplan sei eben nicht unumstösslich, so Roland Loser, es gebe immer Faktoren, die man nicht einrechnet. Trotz der schwierigen Situation bittet Loser darum, Langenthal nicht zu Tode zu
sparen, denn schlussendlich sei Langenthal unser aller

·        Regelrecht euphorisch äussert sich dagegen Pascal Dietrich (Liste 49) im Namen der Fraktion FDP/JLL/Liste49 Fraktion (könnt ihr euch vielleicht mal einen kürzeren Namen überlegen? Darf man Fraktionsnamen ändern? Mein Vorschlag wäre die liberalblaue Fraktion), denn endlich habe man gemacht, was sie immer schon gewollt hätten: Exakter budgetiert. Und gespart. Und den Steuerfuss verteidigt. Den Geld macht nicht glücklich, beendet Pascal Dietrich seine Ausführungen, aber es sei eben schon essenziell für das Wohlergehen einer Stadt.

·        Mike Sigrist (EVP) kritisiert genau dieses mantramässige Festhalten am Steuerfuss 1.44 – aber das sei schlussendlich auch eine Glaubensfrage, so Sigrist leicht süffisant. Und Glaube ist schliesslich das Spezialgebiet der EVP. Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.

·        Aber das Budget kommt überraschend diskussionsfrei durch. Abgesehen von den üblichen Statements – die Bürgerlichen möchten den tiefen Steuerfuss gern heiraten, die Linken würden lieber investieren – und der allgemeinen Anerkennung, dass der Gemeinderat ein schärferes Budget präsentiert hat (im Sinne von genauer, nicht in Sinne von «spicy») sagt niemand mehr etwas über die einzelnen Posten (selbst das böse Wort «Stadttheater» fällt kein einziges Mal). Lediglich das plötzliche Verschwinden des Budgetpostens für die Eismiete des SCL sorgt für ein kurzes Statement von Pascal Dietrich – aber das ist eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzählt werden soll.

 

Teil 2: Schreitende Schritte

·        Im nächsten Traktandum geht es indirekt wieder ums Geld, denn besprochen wird die Weiterführung des Programms schritt:weise, ein Hausbesuchsprogramm für Familien, das vor allem auch eine präventive Wirkung entfaltet, wie die Gemeinderätin für Soziales Martina Moser ausführt. Es fördert nicht nur die Kinder, sondern unterstützt auch die Eltern. Da es sich um eine wiederkehrende Ausgabe handelt, liegt der endgültige Entscheid beim Stadtrat. Die GPK scheint da anderer Meinung zu sein, ganz nach ihrem internen Motto: Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen.

·        Linus Rothacher (SP) erklärt dann auch im Namen der GPK, dass sie der Ansicht sind, dass es sich eben nicht um eine wiederkehrende Ausgabe handelt, sondern um eine einmalige. Da es sich um formale Bedenken handelt, stellt die Kommission den Antrag, es in eine einmalige Ausgabe zu wandeln – das ist insofern wichtig, weil eine einmalige Ausgabe im Gegensatz zu einer wiederkehrenden nicht dem fakultativen Referendum untersteht. Ich habe es zumindest so verstanden, ihr wisst, bei allem formalen bin ich raus. Ich bin ein Genie, keine Juristin. Der Antrag wird auf jeden Fall angenommen.

·         Als wichtiges Programm bezeichnet Cornelia Geber – Schär schritt:weise. Es gehe dabei nicht um eine frühere Beschulung der Kinder, sondern vielmehr darum, sie selbstständiger und unabhängiger zu machen und die Familien zu stützen. Auch sie hebt den präventiven Charakter dieses Programms hervor. Seit 16 Jahren werde das Programm erfolgreich durchgeführt und deshalb sei die SP/GL Fraktion einstimmig dafür. Sie wünsche sich zudem, dass es nicht mehr alle drei Jahre genehmigt werden müsse, sondern es in den Aufgaben der Stadt fest verankert werde. Dem stimmt auch die FDP/JLL/Liste49 Fraktion zu. Denn es gibt nichts Gutes, ausser man tut es. Mit dieser breiten Unterstützung ist es dann auch keine Überraschung, dass das Geschäft fast einstimmig durchkommt.

 

Teil 3: Feurige Fahrzeuge und praktische Parkplätze

·        Dann braucht die Feuerwehr ein neues Fahrzeug für Bleienbach, denn das alte kommt noch aus dem Jahre 1991 und ist nicht mehr ganz so auf dem neuesten Stand (unter anderem gibt es keine Atemschutzmasken – atemlos durch die Nacht, sag ich da nur). Hilf zeitig, wo du helfen kannst. Hilf dem Nachbarn löschen, ehe das Feuer auch dein Dach ergreift.  Das Fahrzeug gibt es nicht gratis, denn in den Zeiten des Kapitalismus, kostet auch gerettet werden etwas. Trotzdem ist die Beschaffung unbestritten, denn hilf zeitig, wo du helfen kannst. Hilf dem Nachbarn löschen, ehe das Feuer auch dein Dach ergreift – und es ist sicher besser, wenn besagter Nachbar modernes Werkzeug und nicht nur einen rostigen Eimer dabeihat.

·        Nach den Fahrzeugen kommen die Parkplätze. Eine Motion der FDP verlangt eine flächendeckende Parkplatzbewirtschaftung. Nicht im Sinne, dass es bei städtischen Parkplätzen jetzt zukünftig Apéros geben wird, sondern dass für die Parkplätze auch Geld erhoben wird und Gratisparkieren nicht mehr einfach so möglich sein wird (zum Beispiel beim Dreilinden und der Badi). Hallo Parkuhren. Und hallo, Mehreinnahmen.

·        Pascal Dietrich (Liste49) sieht allerdings gerade bei der Badi auch Probleme – etwas, wenn die zahlreichen Autofahrer:innen dann auf die Besucherparkplätze der umstehenden Häuser ausweichen. Jaja. Ich kann allem widerstehen - nur nicht der Versuchung. Die Parkuhren werden jedenfalls durchgewunken – wenig überraschend, denn die Linken sind ja Velo – Ultras und die Bürgerlichen haben ja eine Schwäche für «Law und Order.» 

 

Teil 4: Wogende Wahlen

·        Nun schreiten wir voran zu einer – Achtung, schlechter Wortwitz – smarten Motion. Diese verlangt, dass bei den nächsten Langenthal Gesamterneuerungswahlen 2028 einmalig und probeweise Smartvote eingeführt wird. Das ist eine Plattform, die es Nutzer:innen ermöglicht, ein politisches Profil zu erstellen, indem sie Fragebögen ausfüllen. Dann spuckt Smartvote konkrete Wahlvorschläge aus. Das ist ein nützliches Tool und schafft einen Überblick, welche Listen und Kandidaturen mit einem selbst übereinstimmen, führt der Sprecher der Motion Linus Rothacher (SP) aus. Langenthal habe eine sehr tiefe Wahlbeteiligung und infolgedessen könne dieses Modul die Situation von Langenthal verbessern.

·        Für nicht notwendig haltet die FDP/JLL/Liste 49 (ernsthaft, dieser Name) Fraktion dieses Modul. Das brauche Langenthal nicht, so Franziska Zaugg – Streuli, die Menschen in Langenthal wählen engagierte Personen aus ihrem Umfeld. Das Ausfüllen eines Fragebogen sei zudem ein zusätzlicher Aufwand für die Kandidierenden und es sei ohnehin schwer solche zu finden. Die SVP in Gestalt von Patrick Jäggi, dagegen macht sich Sorgen darum, dass die älteren Personen zu wenig abholt und das es zu hohen Kosten kommt. Sie würden die Marktgasse bevorzugen, also die direkte Begegnung mit den Leuten (weil die alle immer so begeistert sind, wenn man sie mit Wahlmaterial vollkleistern will, haha).  

·        Dem widerspricht Mike Sigrist (EVP). «Man spricht immer von Volksnähe, aber wenn es dann darum ginge wirklich Farbe zu bekennen, dann will man dann plötzlich nicht mehr.» Auch das Argument Mehraufwand für Kandidierende lässt er nicht gelten, denn wer nicht bereit sei, so Sigrist, einen einfachen Fragebogen auszufüllen, sei vielleicht auch nicht parat für dieses Amt. Auch aus Steinen, die einem in den Weg gelegt werden, kann man was Schönes bauen.

·        Für Javier Marquez (JLL) handelt es sich um ein wichtiges Anliegen. «In Zeiten von Fake News ist es wichtig, dem entgegenzuwirken», argumentiert er. Und nicht jeder sei bereits so lange in Langenthal, dass er sich einfach so eine politische Meinung bilden könne und es gebe auch frisch eingebürgerte Familien, die noch keine Erfahrung in der politischen Partizipation habe. Das sei auch bei ihm der Fall gewesen. Smartvote sei da ein gutes Instrument.

 

·        Diese Erfahrung stützt auch Georg Cap (Grüne). Früher habe er sich noch nicht gross für Politik interessiert und habe Smartvote deshalb immer für Wahlen genutzt. Das sei für ihn eine grosse Hilfe gewesen.

 

·        Patrick Jordi (FDP) stellt die Meinung in den Raum, dass bei den letzten Wahlen gerade die Politiker:innen gut abgeschnitten haben, die sich eben im digitalen Raum bewegt haben und dort Wähler:innen abholten, statt auf klassische Kanäle zu setzen. Er sei Fan von diesem Tool und stimme dieser Motion zu. Man muss das Unmögliche versuchen, um das Mögliche zu erreichen.

 

·        Gerhard Käser (SP) stimmt dem Argument zu, dass es schwierig sei Kandidierende zu finden – aber das führe eben auch dazu, dass man Leute auf die Listen nimmt, von denen man gar nicht so genau wisse, wie ihre Haltung in einzelnen Themen sei. Viele Wähler:innen sagen zudem, dass sie sich keiner Partei so richtig zugehörig fühlen – gerade für die sei Smartvote eine Möglichkeit die eigene Liste zusammenzustellen. Und er bringt noch ein anderes Argument: Ist es denn fair, dass bei den Langenthaler Wahler oft die Bekanntheit der Leute ausschlaggebend ist und nicht ihre politische Leistung oder ihr Können? Erfolg, so Käser, hätten vor allem Kandidierende, die ein eigenes Geschäft in der Stadt besitzen oder beispielsweise in der Schule tätig sind.

 

·        Diego Clavadetscher (FDP) findet jedoch, dass gerade das Abstimmungsverhalten im Stadtrat schwer auf einen Spider herunterzubrechen sei, weil oft die klassische Rechts – Links – Teilung auf der städtischen Ebene fehle.

 

·        Reto Müller (SP) legt die Haltung des Gemeinderats dar und hebt auch den Auftrag der politischen Bildung hervor. Zudem seien die klassischen Mittel für das Ansprechen der Wähler:innen auch nicht gratis (Plakate sind ja auch nicht gratis, sondern schweineteuer).

 

·        «Seien wir doch mal innovativ, probieren wir es aus – und wenn es nichts bringt, dann lassen wir es halt!», appelliert Linus Rothacher noch ein letztes Mal ans Parlament. Die Entscheidung wird verdammt knapp – aber es reicht, Smartvote wird eingeführt! Und ja, ich finde das gut (nicht, dass mich hier jemand nach meiner Meinung gefragt hätte, aber ich sag sie trotzdem, denn wenn es hier irgendwas Wichtigeres als mein Ego gibt, verlange ich, dass man es sofort verhaftet und erschiesst!)

 

Teil 5: Neuartige Nachrichten

·        Für weniger Redebedarf sorgt die nächste Motion, bei der es darum geht, für jedes Stadtratsmitglied eine eigene Mailadresse einzurichten (also, eine offizielle. Ich gehe jetzt mal davon aus, dass sie schon private Mailadressen haben und sich nicht via Rauchzeichen oder Pergamentbögen mitteilen – wobei, wenn ich bedenke, mit welchem Tempo Langenthal in die Zukunft schreitet, müssen wir wahrscheinlich dankbar sein, haben wir keine Postkutschen mehr. Jedenfalls wird die Motion einstimmig angenommen. Bald könnt ihr euren Lieblingsstadträt:innen also direkt eure Vorschläge mitteilen. Ich bin beispielsweise immer noch für das rosa glitzernde Einhornstadion.

·        Und dann sind wir – nach einer emotionalen Rücktrittserklärung von Janosch Fankhauser (SVP) aus persönlichen Gründen – schon am Ende angekommen. Schade, damit geht einer, der auch immer viele Best – of Sprüche beigesteuert hat. Aber wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen. Alles Gute, Janosch.

Best of:

 

Nach Patrick Freudigers (SVP) Exkurs über das Budget: «Wie ihr gemerkt habt, ist der Gemeinderat etwas ausgabefreudiger.» Stadtratspräsident Fabian Fankhauser (GLP) bewirbt sich für das Goldene Lama der Wortwitze.

«Dank der Aufnahme könnt ihr eure Statements ja auch immer wieder hören – ihr braucht euch also nicht zu wiederholen.» Wieder Fabian Fankhauser, der seine Kolleg:innen motiviert, sich kurz zu halten.

«Langenthal ist wie ein Gen Z Jugendlicher, der nur 60 Prozent arbeiten will, obwohl er bedeutend mehr einnehmen könnte.» Roland Loser (SP) fühlt sich hingegen zu Metaphern berufen – ein Dichter ist geboren!

«Role hat viel Schönes gesagt. Mike auch. Und die anderen… natürlich auch…» Sandro Baumgartner (SP) sieht halt generell viel Schönes.»

«Dort haben wir die Suppe ja politikerintern ausgelöffelt.» Patrick Jordi (FDP) über das vergangene Politratatouille – warum auch immer dort offenbar Suppe gegessen wurde.

«…habe ich die Redezeit übersprungen? Ach, wobei, die gibt es hier ja auch nicht» Stapi  Reto Müller (SP) fürchtet schon, dass ihm das Mikrofon abgedreht wird, erinnert sich dann aber rechtzeitig, dass wir in Langenthal nicht ganz so rigoros sind wie im Grossrat.

 

 

Zitate:

 

«Alle glücklichen Stadträte gleichen einander, jeder unglückliche Stadtrat ist auf seine eigene Weise unglücklich»: Das Zitat lautet eigentlich: «Alle glücklichen Familien gleichen einander, jede unglückliche Familie ist auf ihre eigene Weise unglücklich» und stammt aus Anna Karenina von Leo Tolstoi.

«Weh mir, oh wehe»: Stammt aus Hamlet von Shakespeare – wird dort sehr inflationär verwendet.

«Nur mit dem Herzen kann man richtig sehen, das Wesentliche bleibt dem Auge verborgen.» Aus der kleine Prinz von Antoine Saint – Exupéry – der Schrecken meines Französischunterrichts.

«We’re all mad here.» Alice im Wunderland, Lewis Carroll

“Nicht, dass uns der Himmel auf den Kopf fällt.» Ist eigentlich kein direktes Zitat, aber natürlich inspiriert von Asterix. Eine der Grundängste der Gallier ist ja, dass ihnen der Himmel auf den Kopf fallen könnte.

«Das Vermögen soll durch Mittel erworben werden, die von Unsittlichkeit frei sind, erhalten aber soll man es durch Genauigkeit und Sparsamkeit.» Stammt aus Ciceros «Von den Pflichten.»

„Es ist aber der Glaube eine feste Zuversicht dessen, was man hofft, und ein Nichtzweifeln an dem, was man nicht sieht.“ Ist ein Bibelvers, Hebräer 11, 1

«Freiheit ist das Recht, anderen zu sagen, was sie nicht hören wollen». George Orwell (ich glaube, das wäre ein gutes Motto für den Stadtrat btw.)

«Denn es gibt nichts Gutes, ausser man tut es.» Erich Kästner (der als einziger Autor persönlich dabei war, als seine Bücher in Nazideutschland verbrannt wurden).

„Hilf zeitig, wo du helfen kannst. Hilf dem Nachbarn löschen, ehe das Feuer auch dein Dach ergreift“: Aesop.

„Ich kann allem widerstehen – nur nicht der Versuchung.“ Oscar Wilde (wer sonst?)

«Wenn es hier irgendwas Wichtigeres als mein Ego gibt, verlange ich, dass man es sofort verhaftet und erschiesst!» Douglas Adams (wenn ihr mal lachen wollt: Lest Douglas Adams.)

«Wohin du auch gehst, geh mit deinem ganzen Herzen.» Konfuzius.

Das andere Stadtratsprotokoll - der (Fast) Liveticker zur Stadtratssitzung vom 15.12.2025: Die Zuckerstangen - Edition

  Prolog: It’s beginning to look a lot like Christmas….   Von draus, von weit, von Olten kommt ich her – ich muss euch sagen, es stadtra...